Freitag, 20. November 2015

Pfeiffenwelt

Eine Woche ist seit den grausamen Anschlägen in Paris vergangen. Meine aufrechte Anteilnahme an dieser Stelle. Während die Pariser noch damit beschäftigt sind zu trauern, das geschehene aufzuarbeiten und Vergeltung zu üben, diskutieren die Deutschen schon wieder über die Schuldfrage. 
Nun ist jedoch auf Grund ausbleibender Amokläufe die Killerspiel-Debatte erlahmt und Bedarf einer Auffrischung, denn ich lese auf einmal wieder die folgenden Überschriften:

"Die Attentäter von Paris könnten so die Anschläge geplant und einstudiert haben." (Quelle: http://www.presseportal.de/pm/117630/3179216)

„Christian Pfeiffer: Kriminologe gibt Computerspielen eine Mitschuld am Terror“ (Quelle: http://www.golem.de/news/christian-pfeiffer-kriminologe-gibt-computerspielen-eine-mitschuld-am-terror-1511-117527.html )
Moment, Christian Pfeiffer? Der Name sagt mir doch etwas. Das wird ein Generalverdacht gegen Spieler sein. Genauso ist es dann auch. In der Presse Mitteilung wird von Herrn Pfeiffer gemutmaßt, dass die Terroristen sich über Spiele wie World of Warcraft austauschen und so der staatlichen Überwachung hätten entziehen können. Außerdem findet sich noch folgende Aussage: „Das Spielen von gewaltverherrlichenden Computerspielen im Internet und auf Konsolen trage laut dem Kriminologen „zur Radikalisierung junger Muslime“ bei und führe zur Enthemmung beim Töten.“
Die Forderung die er daraus ableitet ist die permanente Kontrolle sämtlicher Spielercommunities durch Behörden und die Einführung einer Vorratsdatenspeicherung.

Sehr geehrter Herr Pfeiffer,
sind Sie eigentlich im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten? Sie fordern allen Ernstes, dass permanent jedes Gespräch abgehört wird?
Ja, ich habe gerade „jedes“ gesagt. Denn wenn Sie fordern, dass Spieler als Zielgruppe für Überwachungen eingefasst werden, dann sind das heutzutage über 34 Millionen (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/197219/umfrage/anzahl-der-computerspieler-in-deutschland-nach-geschlecht/) in Deutschland (ca. 42%).
Ihre Forderung entspricht also dem totalen Überwachungsstaat und das auf Grundlage einer rein hypothetischen Annahme. Eine fundierte Grundlage, die auf mehr als allgemeine Vermutungen basiert, finde ich hier leider nicht.  
Rein Interesses halber wüsste ich gerne, ob Ihre Forderung damit dem Straftbestand der Volksverhetzung entspricht? Denn ganz ehrlich, nach dem §130 Absatz 2 des StGB könnte dies ein Angriff auf die Menschenwürde darstellen, da Sie das im Grundgesetzt als Grundrecht deklarierte Fernmeldegeheimnis allgemein angreifen und permanent einschränken wollen.
Vielleicht sollten Sie sich an dieser Stelle, und vor allem als Kriminologe, nur einmal auf Fakten und nicht auf Vermutungen stützen. 
Lassen Sie uns doch über wirklich wichtige Punkte, wie Abbau von Vorurteilen und Radikalisierung sprechen. Auch die Entwicklung eines Planes zur Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien, Irak, Afghanistan, Ukraine, uvm. wird ein effektiveres Ergebnis abliefern, als diese Hasstiraden.  

Mit freundlichem Gruß
ORlo nORdvana

Ach, beinahe hätte ich es vergessen, vielen Dank an www.Golem.de, dass Sie sich in dem oben verlinkten Beitrag kritisch mit Herrn Pfeiffer äußern.

Freitag, 4. September 2015

Rocket League

Auf der letzten Lan, ja diese ominösen Partys gibt es noch, habe ich zum ersten Mal Rocket League gespielt und was soll ich sagen, das Spiel hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Doch was ist das für ein Spiel?

Bei Rocket League ist es das Ziel mit seinem Auto den Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Ja richtig, ihr spielt Fußball mit Autos. Gespielt wird in gleichgroßen Teams mit 1-4 Fahrern. Die Autos können bestimmte Sprünge und Drehungen machen und mit einem aufladbaren Nitro zusätzlich beschleunigt werden, dabei ist die Steuerung durch den Fokus auf den Ball zu Beginn ein wenig unkontrolliert und erfordert einiges umdenken. Doch nach einer kurzen Gewöhnungszeit geht sie flott von der Hand und die Spieler konzentrieren sich mehr auf das Taktieren bzw. den Ballkontakt in diesem herrlich wuseligen Chaos.

Vor allem der Mehrspielermodus sorgt entweder über Teamspeak oder direkt in der Lan Area für reißende Spannung und einem Mitfiebern, wie es sonst nur bei MarioKart mit den letzten Rennsekunden der Fall sein kann.

Das herrlich einfache Spielprinzip, das Lauern auf die richtige Sekunde und der Stress in der Verteidigung, macht aus Rocket League eigentlich den perfekten Couch- oder Lan-Spaß, wenn es nicht an einem Hapern würde. Weder Couch-Coop noch Lan-Parties sind in diesem Spiel vorgesehen.

Dafür ist permanent ein Twitch- oder Youtube Uploadbanner auf der Hauptseite zu sehen. Ist dies der neue Couch-Coop? Du spielst etwas im Internet und deine Freunde sollen zusehen?

Sehr schade, denn dieses Spiel hätte die Möglichkeit mit den angesprochenen und nicht vorhandenen beiden Multiplayermöglichkeiten ein wahnsinniges Empfehlungsmarketing zu nutzen. Stattdessen wird auf Streams gesetzt, die allerdings bei weitem nicht veranschaulichen können wie gut das Spiel ist. Da hilft nur selber Spielen. Sollte der Hersteller dies nachreichen würde ich das Spiel jedem empfehlen, es ist kurzweilig, schnell, einfach zu lernen und schwer zu meistern, genau die Erfolgsformel großer Klassiker wie MarioKart, Unreal Tournament und Starcraft. Dennoch ohne Couch- und / oder Lan-Support wird das Spiel schnell wieder aus dem Blickfeld der Spieler verschwunden sein.

Beim Thema Jugendschutz, kann ich für das Spiel keine Alterseinschränkungen erkennen. Lediglich die erforderliche permanente Internetverbindung sollte für regelmäßige Blicke auf den PC oder die Playstation sorgen, ansonsten ist das Spiel perfekt für alle Altersklassen. Auch die Spiellänge von gerade einmal 5 Minuten pro Spiel eignet sich hervorragend um jugendliche Spieler nicht zu lange in Spielesessions zu binden, wie es Beispielsweise bei League of Legends der Fall ist.


Update:


Im Herbst 2016 haben die Entwickler die Möglichkeit eingefügt Kisten als Belohnung zu erhalten. Der Haken ist jedoch, dass diese Kisten nur mit Schlüsseln geöffnet werden können, die nur über Echtgeld zu erhalten sind. Da über den Inhalt der Kisten keine Informationen enthalten sind, stellen diese eine Art Glückspiel dar. Somit sollten Eltern das Spiel nicht mehr uneingeschränkt an Kinder und Jugendliche weitergeben. Sollte das Spiel bereits vorliegen empfehlen wir auf jeden Fall diese neue Möglichkeit zu besprechen.