Freitag, 15. November 2013

Gilde 2 Renaissance


Heute stelle ich euch doch mal eins der am meisten gespielten Multiplayerspiele unserer Clique vor. Es ist weder ein Ego-Shooter noch Echtzeitstrategiespiel, sondern eine Lebenssimulation. Simulation? Etwa ein Hochglanztitel wie Baustellen-Simulator oder Polizei-Simulator? Nein, wir reden hier über einen der wenigen guten Titel des Genres.

Das Spiel die Gilde war für mich ein Zufallstreffer. Auf dem Flohmarkt gekauft, hat das Spiel mich mehrere Tage an den Computer gefesselt. Kurze Zeit später habe ich dann den zweiten Teil in den Spieleregalen gefunden und in Erinnerung an den ersten Teil sofort gekauft. Dieser ist leider ein Bugfeuerwerk gewesen und auch inhaltlich konnte der Titel in keiner Weise mit dem ersten Teil konkurrieren.  Anscheinend ging es sehr vielen Spielern ebenso, weshalb sich schnell eine Community gebildet hat, welche dem angeschlagenen Publisher Jowood, mittlerweile insolvent, die Arbeit abgenommen hat, das Produkt zu Ende zu bringen. Jowood hat dann mit dieser Fan-Base ein finales Spiel veröffentlicht, welches wesentlich weniger Bugs als der Haupttitel hat und sich auch inhaltlich eher auf den ersten als auf den zweiten Teil konzentriert.  Herausgekommen ist das Spiel: Gilde 2 Renaissance.

Nun, auch Gilde 2 Renaissance ist noch immer voller Bugs und es sollte dringend der aktuell letzte Patch 4.17beta genutzt werden. Und doch ist Gilde 2 Renaissance, welches knapp drei Jahre nach  Gilde 2 erschienen, ist nun endlich eine stimmungsvolle Mittelalter Simulation. Die zwar ansehnliche 3D Grafik aus dem Hauptspiel ist von 2006 und natürlich nicht mehr mit der Grafik heutiger Spiele vergleichbar. Doch viele kleine Gimmicks und ein schön beschauliches Mittelaltersetting komplettieren das Spiel, wodurch es immer noch stimmig und einladend ist.

Am Spielbeginn wird eine Dynastie gegründet, die dann über mehrere Generationen gefestigt und ausgebaut werden will. Dabei stehen die unterschiedlichsten Laufbahnen zur Verfügung. Es ist also sowohl möglich als Räuber, Priester oder Handwerker seinen Lebensunterhalt zu beschreiben. Neben der beruflichen Laufbahn muss natürlich auch das Leben gemeistert werden. So gilt es einen Ehepartner zu bezirzen, eine Familie zu gründen und die Kinder durch die richtigen Schulen auf das spätere Leben vorzubereiten. Sobald man all dies in geordnete Bahnen hat steht noch die Politik offen. Hier kann ein Spieler durch politische Wahlen und Intrigen Ämter bekleiden und schlussendlich zum König des Landes werden.

Diese Möglichkeiten fesseln schon Stundenlang im Singleplayer, doch im Multiplayer bringen Sie die Mitspieler zu den dunkelsten Verschwörungen und Intrigen. Da kann während der Messe schon mal der Mitspieler verunglimpft werden. Was zu einigen unflätigen Pamphleten, oder der ein oder anderen Entführung führt. Dabei ist es nicht so einfach einen Spieler zu töten, was es umso interessanter macht einen Störenfried zu besiegen. Zumal ein Mord auch nicht beobachtet werden sollte, um nicht selbst am Galgen zu baumeln. Durch ein realitätsnahes Wirtschaftssystem ist auch die wirtschaftliche Kontrolle von Rohstoffen ausschlaggebend.

Selbst als König ist man vor einem Anschlag nicht sicher und so kommt es schon mal vor, dass drei oder vier Spieler einen Plan aushecken, um den König zu stürzen. Doch selbst Spieler die nicht dominieren können mit ihren Entscheidungen das gesamte Spiel beeinflussen und andere Spieler empfindlich Piesacken. Es macht einfach Laune sich in diesem tollen und stimmungsvollen Mittelaltersetting zu bewegen.

Das Spiel wurde als Community Version veröffentlicht, weshalb es leider vollständig ohne Erklärungen und Tutorial auskommen muss. Es gibt lediglich ein kleines, verstecktes Handbuch, welches in den Installationsordner gespeichert wird.  Spielneulingen wird es dadurch recht schwer gemacht in Gilde 2 Renaissance einzusteigen. Gerne bin ich hier bei Fragen, Tipps und Hilfestellungen ansprechbar.
 
Aufgrund des oben beschriebenen starken Einflusses der Community ist Gilde 2 Renaissance DVD Variante mehrfach installierbar, was direktes Loslegen im LAN – Multiplayer ermöglicht.

Dienstag, 12. November 2013

DiaryZ - ORlo - Part 3: Gute, alte Technik


Während ich wie nutzlos am Helikopter lehne und zusehe, wie die anderen sich an die Reparatur meines Autos machen, oder auf die Jagd fürs Abendessen gehen, überlege ich wie diese bunte Truppe wohl zusammengekommen ist und was Sie vor dem Ausbruch der Krankheit gemacht haben.

Die Sonne steht bereits hoch am Himmel, als Brain zum Helikopter kommt. Während ich Ihn mustere, öffnet er die hintere Klappe des Huey und packt einige Stofffetzen, Fläschchen und Spritzen in eine kleine Kiste. Ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen, läuft er wieder zurück zum Auto und verstaut sie im Kofferraum. Danach dreht er sich um und schaut mich mit einem frechen Grinsen an. Auf mich zukommend erklärt er mir, dass das Auto bald repariert sei und er gerade ein paar Medikamente eingeladen habe, damit ich mich im Falle mal selbst verarzten könnte. „Du hast doch sicherlich schon mal eine Bandage angelegt oder?“ versucht Brain mich zu necken. „Niemals, mach doch bitte mal vor.“ während ich mich an die Seemannsausbildung aus einer anderen Zeit erinnere. Sofort zieht Brain eine dieser verpackten Bandage aus seiner Jackentasche und ich breche in schallendes Gelächter aus.  „Ich bin Brain, John Brain“ bringe ich noch hervor und dann stimmt auch Brain in das Lachen ein, der bis dato etwas verwirrt ausgeschaut hat. 

Während wir uns vor Lachen noch am Heli festhielten, heulte auf einmal ein Motor auf. Der Hüne, der sich eben noch an meinem Auto zu schaffen gemacht hatte, kam nicht ohne Stolz, auf uns zu. „Läuft wieder Rund. Die gute, alte, russische Technik kann doch keiner zerstören.“ Er blickte zum Helikopter und sagte nachdenklicher: „Ich hoffe der Chopper macht`s noch eine Weile, den zu reparieren wird nicht ganz so leicht.“

Daraufhin habe ich ihm von einem größeren Militärflughafen in der Nähe erzählt. Das mittlerweile nur noch Nordwest Airfield genannte Gebiet ist früher von der hiesigen Armee als Stützpunkt für eine Helikopterflotte genutzt worden und wahrscheinlich gibt es dort noch immer Ersatzteile die nützlich sein könnten.
 
Während ich den beiden, die genaue Lage und Situation Vorort schildere, senkt sich die Sonne schon weit hinab, als auf einmal ein Schuss durch die Wälder hallt. Wir alle zucken zusammen und lauschen angestrengt. Nichts zu hören. Kein Vogel, kein Knistern, kein Zombie. Dann auf einmal bricht ein zweiter Schuss durchs Gebälk. Ich raff mich auf und pack mein M4, welches Griffbereit am Helikopter angelehnt ist.