Freitag, 22. November 2013

Spielvorstellung X-Rebirth



Diesmal stelle ich euch ein Spiel vor, welches gerade (15.11.2013) released wurde.  X Rebirth soll für Egosoft der Neubeginn seines erfolgreichen Flaggschiffs darstellen. Die X-Serie ist eine der wohl komplexesten und  detailliertesten Weltraum Simulationen aller Zeiten.

Die Vorgänger der X-Reihe generierten ein Universum welches aus vielen Sektoren besteht und immer frei erkundbar gewesen ist. Das Universum beeindruckte schon allein durch seine schiere Größe. So ist jeder Sektor mehrere Millionen Kubikkilometer groß und mit mehreren Station, Asteroiden, Raumschiffen und vielen weiteren Gimmicks gespickt. Da dies in den letzten Jahren, in der die Serie besteht, permanent ausgebaut und vergrößert wurde, kommt es das X zu einem Spiel für Spezialisten geworden ist. Die Größe und Komplexität hat dazu geführt, dass man nicht mal eben in ein Raumschiff steigt und den Weltraum regiert.
Dies hat auch der Entwickler erkannt und mit den letzten Teilen konsequent auf einen Reboot hingearbeitet.  So wurde ein Konflikt geschaffen, welcher über zwei Teile zu einem Krieg ausartete, was im direkten Vorgänger zu großen Weltraumschlachten führt und das gesamte geschaffene Universum verändert hat. Da dieser Reboot gut inszeniert wurde und durchaus schlüssig erscheint, habe ich mich wie ein kleines Kind auf das am 15. November veröffentlichte X-Rebirth gefreut.

Hier fehlt mal einfach der Monitor womit dieser Spielstand unbrauchbar ist.
Mit neuer Engine sollten riesige Gebiete möglich sein und gleichzeitig auch Stationen betreten werden können. Auch sollten die von mir heiß begehrten Cockpit-Ansichten wieder eingebaut werden. Nun bin ich ein Freund der Serie und weiß dass es sich bei der Firma Egosoft um ein kleines deutsches Studio handelt, dass mit dieser Serie an sich schon eine herausragende Leistung vollbringt. Dementsprechend bin auch nicht davon ausgegangen, dass ein solcher Wechsel frei von Bugs und Einschränkungen sein wird.

Doch was nun geboten wird, ist leider ernüchternd. Ich habe mir die Collectors Edition geholt. Wohl mehr um Egosoft zu unterstützen, als für die Gimmicks. Die Installation läuft ohne Probleme und auch Steam akzeptiere ich diesmal ohne weiteres. Steam ist leider für Indie Publikationen, wie diese, die beste und effektivste Verbreitungsform. Doch noch vor dem Spielen muss erst ein Day-One Patch von 2,6GB geladen und installiert werden. Das lässt Böses ahnen und genau das ist es auch.

Vorab, das Spiel läuft bei mir stabil und ist wieder einfach riesig. Megagroße Stationen, sehr viele kleine Raumschiffe und Licht und Schatten Effekte sorgen dafür, dass man sich sofort wieder im Universum zuhause fühlt. Doch fallen auch direkt einige Sachen auf die den Spielspass trüben und dieses tolle Produkt zum schwanken bringen.

Die Charakterfiguren (allen voran die Co-Pilotin) sind schlecht animiert und wirken dadurch hölzern. Sehr ernüchternd ist, dass sich die Stationen nicht unterscheiden und die Personen noch nicht mal Laufwege erhalten haben. Die Bar wirkt wie ausgestorben und langweiliger Technobrei kommt aus den Boxen. Nicht mal ein Barkeeper ist vorhanden und auch die Personen sitzen alle nur fest an ihrem Platz. Bewegungen sind selten. Richtige Positionswechsel oder gar virtuelle Tagesabläufe sucht man vergebens. Die Ausstattung ist spartanisch und supergrausam dargestellt. Viereckige Flaschen habe ich seit einigen Jahren nicht mehr gesehen. Zum Erkunden lädt dies leider überhaupt nicht ein.

Doch besinnen wir uns wieder auf die Stärken von X - Das Universum. Dies wirkt auf dem ersten Blick wieder wunderbar groß und genauso ist es auch. Egosoft hat es geschafft die Sektoren noch einmal um ein Vielfaches zu vergrößern. Doch wirkt es durch die Autobahnen recht leer. Kein großer Wuselfaktor mehr zwischen den Stationen. Dafür gibt es einige hundert Raumschiffe, welche direkt um die Station fliegen. Jedoch fällt auch hier beim genauen Hinsehen auf, das alle auf festen Kreisen um die Station in einer Art Stau festhängen. Traurig wenn man bedenkt, dass man in einem Dreidimensionalen Raum ist. Diese Dreidimensionalität scheint Egosoft mehr Probleme zu bereiten, als noch im Vorgänger. Nicht nur das die Schiffe in einem schönen, aber nicht sinnvollen Kreis fliegen, auch das eigene Schiff richtet sich immer wieder automatisch aus. Das nimmt dem Spieler die Kontrolle und er fühlt sich bevormundet. Auch dass das Schiff automatisch Stationen ausweicht, gefällt mir überhaupt nicht. 

Stau im Weltraum nur wieso ist die Frage.
Kritisch ist aber vor allem die Kollisionsabfrage. Durch einige Stahlträger an Stationen kann man direkt durchfliegen und auch große Kampfschiffe können durchflogen werden, wenn sie zufällig einen Highway kreuzen. Das macht das ohnehin schon schwer zu argumentierende Highway‑Konzept hinfällig, da große Schiffe dies nicht nutzen können.
Abgerundet wird dieses Fehler- und Bugfeuerwerk noch von Logikfehlern, wie Feuer und Polizeisirenen im Weltraum und einer KI mit miserabler Wegfindung. So braucht ein Polizeischiff schon mal 15 Minuten um an mir vorbeizufliegen nur um dann in die nächste Station zu krachen.

Die vielen kleinen Fehler lassen mich, obwohl ich diesen Titel mit Vorfreude erwartet habe, zu der traurigen Empfehlung kommen, hier noch abzuwarten und den bislang deutlich besseren Vorgänger X3 Terran Conflict zu spielen.  Egosoft wird hier noch viel zu tun haben, um das Potenzial der neuen Engine auszunutzen. Mit weiterer Vorfreude verschwindet dieser Teil solange im Schrank.

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